Richtiges Handeln im Ernstfall

Richtiges Handeln im Ernstfall

Hinweis! Derzeit gelten in Österreich Einreise-, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Für einzelne Gemeindegebiete bestehen lokale Ausreisetestpflichten. Gastronomie, Beherbergungs- und Freizeitbetriebe dürfen voraussichtlich am 19. Mai unter Auflagen öffnen.

Die Tiroler Tourismusbranche tut alles, um den Aufenthalt der Gäste und den Arbeitsalltag der MitarbeiterInnen so sicher wie möglich zu gestalten. Hundertprozentige Sicherheit gibt es aber leider nicht. Hier erfahren Sie, was im Verdachts- und Krankheitsfall zu tun ist.

Im Falle einer Infektion im Betrieb

1. Sollte es in Zukunft einen Covid-19 Fall in meinem Betrieb geben, wie kann ich mich vorbereiten?

  • Informieren Sie Ihre MitarbeiterInnen über das richtige Verhalten im Verdachtsfall und über Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wie z. B. das Einhalten eines Mindestabstandes, der richtigen Handhygiene und das Tragen eines MNS bzw. einer FFP2-Maske.
  • Erfassen bzw. kontrollieren Sie die Kontaktdaten aller MitarbeiterInnen. Soweit das möglich ist, sollten auch Kontaktdaten von KundInnen – mit deren Zustimmung - erfasst werden.
  • Haben Sie stets einen Überblick, wann welcher Mitarbeiter wo im Einsatz ist.
  • Informieren Sie Ihre MitarbeiterInnen über das richtige Verhalten im Verdachtsfall und über Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.
  • MitarbeiterInnen sollten möglichst am Arbeitsplatz arbeiten und (längere) persönliche Kontakte vermeiden. 
  • Termine sollten möglichst nicht persönlich, sondern via Videokonferenz abgehalten werden.
  • Halten Sie persönliche Teambesprechungen so kurz wie möglich, die Teilnehmer sollten einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  • Achten Sie darauf, dass nur MitarbeiterInnen zur Arbeit kommen, die sich vollkommen gesund fühlen.
  • Wenn möglich, teilen Sie MitarbeiterInnen in konstante Teams ein, die keinen Kontakt untereinander haben, um bei Ausfall eines Teams trotzdem handlungsfähig zu bleiben.

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2. Was tun, wenn bei einem Gast/Mitarbeiter ein Verdachtsfall auftritt?

Sobald dies dem Betreiber bekannt wird, muss er umgehend die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde (Amtsarzt) darüber informieren. Es gilt:

  • Absondern: Eine Person, bei der Verdacht auf eine Erkrankung durch das Corona-Virus besteht, wird in einem separaten Raum von anderen Personen isoliert.
  • Gesundheitsbehörde informieren: Nehmen Sie Kontakt mit der telefonischen Gesundheitsberatung unter 1450 zur weiteren Vorgehensweise auf und informieren Sie die zuständige Gesundheitsbehörde – Bezirkshauptmannschaft bzw. Magistrat.
  • Kontaktpersonen nachverfolgen („Contact-Tracing“): Der betroffene Gast oder Mitarbeiter wird gebeten, alle Personen zu nennen, mit welchen ein Kontakt in den letzten 48 Stunden bestanden hat. Das unterstützt die Arbeit der Gesundheitsbehörde bzw. des Arztes.
  • Maßnahmen umsetzen: Folgen Sie den Anweisungen der Gesundheitsbehörde bzw. des Amtsarztes.

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3. Wo können sich Gäste in Tirol testen lassen?

Testmöglichkeiten in Tirol (PDF zum Download, welches laufend aktualisiert wird)


4. Ein Gast/Mitarbeiter ist an Covid-19 erkrankt ist: Was ist zu tun?

Beispiel Beherbergungsbetrieb:

  • Der Gast oder Sie selbst (wenn z.B. der Gast über keine ausreichenden Deutschkenntnisse verfügt) stellen den Kontakt mit der Gesundheitsberatung unter 1450 her. 
  • Die Behörde entscheidet, wie der erkrankte Gast abzusondern ist.
  • Die Behörden stellen für die Absonderung eine geeignete Unterkunft bereit. Eine Pauschale von 75 Euro pro Tag und Gast wird vom Bund übernommen.
  • Informieren Sie den Gast über die Kontaktpersonen-Nachverfolgung.
  • Für das weitere Vorgehen der Gesundheitsbehörde/des Amtsarztes ist es entscheidend, dass der mutmaßlich Erkrankte rasch alle Kontaktpersonen nennen kann.
  • Download: schriftliche Information zur Kontaktpersonen-Nachverfolgung
  • Erstellen Sie eine Liste aller Personen, die in den letzten 48 Stunden im Betrieb waren (MitarbeiterInnen und Gäste mit Zimmernummern).
  • Die Gesundheitsbehörde informiert alle „Kategorie I-Kontaktpersonen“ über die weiteren Maßnahmen.
  • Reinigen Sie nach einem bestätigten Corona-Fall alle allgemein zugänglichen Bereiche und das Zimmer des Gastes besonders gründlich (vor allem oft berührte Gegenstände und Oberflächen, wie Tür- und Fenstergriffe, Lichtschalter, Geländer, Bedienknöpfe, Armaturen) und lüften Sie das Zimmer.  

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5. Hat man bei einer behördlichen Schließung Anspruch auf Ersatz des Verdienstentgangs?

  • Nach einer Betriebseinschränkung gemäß Epidemiegesetz besteht regelmäßig ein Anspruch auf Ersatz des Verdienstentgangs gemäß § 32 Epidemiegesetz.
  • Der Anspruch auf Vergütung eines Verdienstentgangs, der aufgrund einer wegen des Auftretens von COVID-19 ergangenen behördlichen Maßnahme besteht, ist binnen drei Monaten ab dem Tag der Aufhebung der behördlichen Maßnahmen bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde geltend zu machen.
  • Trifft die Behörde keine Anordnungen und schließt der Unternehmer dennoch seinen Betrieb (weil z.B. die Arbeitnehmer unter Quarantäne stehen und der betriebliche Ablauf dadurch nicht mehr möglich ist), dann liegt keine behördliche Schließung vor. In diesem Fall gebührt kein Anspruch auf Verdienstentgang gemäß § 32 Epidemiegesetz.
  • Achtung: Es kommt bisweilen zu Betriebseinschränkungen, die nicht auf Grundlage des Epidemiegesetzes angeordnet werden. Dies trifft insbesondere auf Maßnahmen auf Grundlage des COVID-19-Maßnahmengesetzes zu (z.B. Maskenpflichten, diverse Betretungsverbote ab März 2020). Bei solchen Einschränkungen gebührt ebenfalls kein Entschädigungsanspruch gemäß Epidemiegesetz.

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6. Welche Auswirkung hat die Quarantäne eines Mitarbeiters auf das Arbeitsverhältnis?

  • Mitarbeiter werden von der Gesundheitsbehörde abgesondert (Quarantäne), wenn es sich um folgende Fälle handelt:
    • Personen mit SARS-CoV-2-positivem Test oder
    • Verdachtsfälle (Kontaktpersonen Kategorie I)
  • Kommt es durch die verhängte Quarantäne zu einem Arbeitsausfall, hat der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung zu leisten.
  • Auf Antrag an die Bezirksverwaltungsbehörde werden die Lohnkosten ersetzt. Dem Antrag sind eine Kopie des Absonderungsbescheides bzw. die Beurkundung des telefonischen Bescheides sowie ein Nachweis der gezahlten Lohnkosten beizulegen.
  • Für Mitarbeiter als Kontaktpersonen der Kategorie II wird keine Quarantäne verhängt, der Mitarbeiter kann und darf daher arbeiten. Dem Mitarbeiter werden von der Gesundheitsbehörde bestimmte Auflagen empfohlen, insbesondere eine Selbstbeobachtung und eine Aufforderung, soziale Kontakte zu reduzieren.

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7. Haben Gäste ein kostenloses Stornorecht?

Informationen zu Stornierungen bzw. Auflösung des Beherber­gungs­vertrags bietet die Wirtschaftskammer Österreich. Viele Betriebe bieten flexible Storno-Bedingungen.

Stornierungen und Buchungen bei Hotelschließungen

Muss aufgrund von Covid-19 eine Beherber­gungsstätte behördlich geschlossen werden, dann hat die geschuldete Leistung – unabhängig davon, um welche Art des Beherber­gungs­vertrages es sich handelt – zu entfallen. Der Beherberger schuldet keinen Ersatzanspruch, dem Gast sind jedoch allfällige geleisteten Anzahlungen zurückzuerstatten. Mehr dazu findet Sie auf sichere-gastfreundschaft.at.

Hinweis für Gäste: In der aktuellen Situation akzeptieren viele Versicherungen eine Covid-19-Erkrankung als Stornogrund, beziehungsweise gibt es zahlreiche Anbieter die explizite Covid-Stornoversicherungen anbieten. Bei vielen Reiseanbietern ist aktuell eine entsprechende Versicherung inkludiert oder kann dazugebucht werden.

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