Bestimmungen zu Corona für Seilbahnbetriebe

Bestimmungen zu Corona für Seilbahnbetriebe

Hinweis! Auf dieser Seite finden Sie Informationen, die nach dem aktuellen Lockdown Gültigkeit haben. Derzeit gelten in Österreich Einreise-, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Gastronomie, Beherbergungs- und Freizeitbetriebe bleiben mindestens bis Ende Februar 2021 geschlossen. Wann eine Öffnung der Gastronomie und Hotellerie möglich ist, hängt von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab. Die Ausreise aus Tirol ist derzeit nur mit einem negativen Coronavirus-Test möglich. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Ausgenommen von der Maßnahme ist Osttirol.

Als Tiroler Lift- oder Seilbahnbetrieb finden hier laufend aktualisiert und kompakt die wichtigsten Covid-19-Informationen für ihre Branche.

1. Seilbahnbetrieben: Welche allgemeinen Leitlinien gelten aktuell?

Der Fachverband der Seilbahnen hat umfangreiche Handlungsempfehlungen für den Winterbetrieb 2020/21 ausgearbeitet. Darin enthalten sind etwa wichtige Maßnahmen und Checklisten für MitarbeiterInnen, den laufenden Betrieb sowie Anleitungen hinsichtlich Krisenmanagements und Notfallplanung. Alle Details dazu finden Sie hier.

2. Finanzielle Unterstützung: Wo kann ich Förderungen beantragen?

Die Bundes- sowie die Landesregierung haben für die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ein Hilfspaket für die Wirtschaft geschnürt, das vier Eckpunkte hat:

  • Arbeitsplätze erhalten
  • Liquidität sichern
  • Soforthilfe für Selbständige ermöglichen
  • Geschäftseinbußen abfedern.

Damit sollen Selbständige aller Branchen und Größenklassen unterstützt werden. Ein Überblick:

3. Verhaltensregeln für MitarbeiterInnen: Was gilt aktuell?

  • Das Fahrpersonal ist durch die Fahrerkabine und den gegenüber der Kabine einzuhaltenden Mindestabstand geschützt. Bei Unterschreitung (z.B. Hilfestellung beim Einstieg) ist der MNS zu verwenden.
  • Die Fahrzeuge der Seilbahnen können während der gesamten Fahrzeit durchlüftet werden. Hierfür ist es wichtig, dass Seilbahnmitarbeiter die Öffnung der Durchlüftungsöffnungen kontrollieren.
  • In jeder Station wird der Ein- und Ausstiegsbereich von einem besonders unterwiesenen Mitarbeiter des Seilbahnunternehmens beaufsichtigt, der erforderlichenfalls sofort in den Ablauf einwirken kann und laufend informieren sowie für einen ruhigen und kontinuierlichen Ablauf sorgen kann.
  • Wenn Mitarbeiter krank sind, dürfen sie nicht zur Arbeit kommen.
  • Einhaltung einer guten Handyhygiene: mehrmals täglich Hände, für jeweils mindestens 30 Sekunden, waschen
  • Vermeiden großer Menschenansammlungen auf kleinem Raum und Aufenthalte in Pausen- und Gemeinschaftsräumen vermeiden.
  • Gute und laufende Durchlüftung von Räumlichkeiten und häufige Reinigung des Arbeitsplatzes.
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren und niesen oder husten nur in Armbeugen und danach sofortiges Händewaschen.
  • Erste-Hilfe-Räume dürfen nur von möglichst wenigen Mitarbeitern gleichzeitig betreten werden.
  • Nach jeder Verletztenversorgung werden die verwendeten Ausrüstungsgegenstände sowie die Kontaktflächen der verwendeten Geräte und Gegenstände gereinigt und desinfiziert.

4. Verhaltensregeln für Gäste: Was gilt aktuell und wie sollten die Regeln kommuniziert werden?

  • In geschlossenen oder abdeckbaren Fahrbetriebsmitteln (Gondeln, Kabinen, abdeckbaren Sesseln) und in geschlossenen Zugangsbereichen von Seil- und Zahnradbahnen ist ab dem vollendeten 14. Lebensjahr eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine äquivalente bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske zu tragen.

  • In geschlossenen oder abdeckbaren Fahrbetriebsmitteln dürfen höchstens so viele Personen gleichzeitig befördert werden, dass die Hälfte der Beförderungskapazität des Fahrbetriebsmittels nicht überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn ausschließlich Personen aus demselben Haushalt befördert werden.

  • Einhaltung des 1-Meter-Sicherheitsabstand gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben (Unterschreiten des Mindestabstandes nur im Ausnahmefall).
  • Angebrachte Bodenmarkierungen sind zu beachten.
  • Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln (in regelmäßigen Durchsagen und News auf den Infoscreens sind die Fahrgäste über das richtige Verhalten zu informieren)
  • Benutzung der aufgestellten Desinfektionsspender zur Handdesinfektion.
  • Gäste sollten auf Informationskanälen und Hinweisschildern auf möglichst bargeldlose Zahlung hingewiesen werden.

Alle Details

5. Covid-19 Schulungen für MitarbeiterInnen: Wer bietet diese an?

  • Grundsätzlich sind Mitarbeiter über die aktuellen Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente nachweislich zu schulen.
  • Viele Tiroler Seilbahnbetriebe haben bereits geschulte Corona-Sicherheitsbeauftragte in ihrem Betrieb. Entsprechende Schulungsangebote werden von verschiedenen Institutionen angeboten (bspw. Online-Lehrgang des Roten Kreuz Wien, WIFI Österreich, Online-Lehrgang dieWeiterbilder, gutwinski)

6. Mund-Nasen-Schutz: In welchen Bereichen müssen Wintersportler jedenfalls einen MNS tragen?

  • Generell sollten Sie Gäste informieren, immer einen MNS dabei zu haben und diesen in jedem Fall zu verwenden, wenn der Mindestabstand gegenüber fremden Personen nicht eingehalten werden kann. In den folgenden Bereich ist das Tragen eines MNS jedenfalls verpflichtend:
  • im Kassabereich und im Zugangs- bzw. Anstellbereich bei allen Seilbahnen ist eine FFP-2-Maske zu tragen (bitte achten Sie auf mögliche Bodenmarkierungen)
  • während der gesamten Fahrt (Kabinen-/Sesselbahnen, Sessellifte, Schlepplifte)
  • das Tragen einer FFP-2-Maske ist auch bei Haltestellen und damit auch im Zugangsbereich von Seilbahnen (innen und draußen) verpflichtend
  • bei Verwendung der Förderbänder
  • in der Gastronomie (bitte beachten Sie die vorgeschriebenen Regeln)
  • in allen öffentlichen Bereichen wie WC-Anlagen, Shop, Skiverleih uä
  • im Skidepot und bei den Schließfächern (in geschlossenen Räumen und wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann)
  • im Skibus

7. Verweigern eines Mund-Nasen-Schutzes: Was ist zu tun, wenn eine Person das Tragen eines MNS verweigert? Gibt es Sanktionsmöglichkeiten?

  • Der Zustieg in das Fahrzeug ist zu verweigern.
  • Die Mitarbeiter (Parkplatz, Kassa, Maschinisten, Stationsbedienstete, …) weisen die Fahrgäste auf die Regelung hin.
  • Gegebenenfalls können die Behörden verstärkte Kontrollen vornehmen und uneinsichtige Gäste abmahnen bzw. strafen. Es ist aber davon auszugehen, dass die überwiegende Mehrheit diese Maßnahme mitträgt.
  • Durch gut sichtbare Aushänge an allen Stationen und durch die Information der Mitarbeiter werden Fahrgäste auf die Maskenpflicht bei Beförderung mit Liften und Seilbahnen hingewiesen.

8. Gibt es Kapazitätsbegrenzungen?

Seilbahnen zählen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Somit gelten dieselben Regelungen wie beispielsweise für Busse, U-Bahnen, Straßenbahnen. Ist auf Grund der Anzahl der Fahrgäste sowie beim Ein- und Aussteigen die Einhaltung des Mindestabstands von einem Meter nicht möglich, kann davon wie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln nur im Ausnahmefall abgewichen werden. Mehr Details:

  • Die Strecke sollte, wann möglich, auf die volle Bestückung der Fahrzeuge eingeschoben sein.
  • Beim Betrieb von Seilbahnen sollten die Wartesituationen durch entsprechende Personenleitsysteme geregelt werden.
  • Bei Gondeln und Sesselliften gilt eine Kapazitätsbeschränkung auf 50 Prozent.

9. Online Ticketing: Warum sollte ich Lift-Tickets (auch) online anbieten?

Viele Gäste erwarten sich, dass Tickets online gekauft werden können – auf diese Nachfrage sollte entsprechend reagiert werden, da Ansteckungsmöglichkeiten minimiert werden:

  • Der Kartenverkauf ist, wenn möglich, online zu organisieren.
  • Empfehlung: entsprechende Onlineservices einzurichten
  • Aktive Kommunikation auf verschiedensten Kanälen (betrieblichen Telefonhotlines, Website, Social-Media Kanälen usw.)

10. Im Krankheitsfall: Wer könnte vorübergehend die Betriebsleitung fortführen?

Das österreichische Bundesgesetz über Seilbahnen (SeilbG 2003) sieht vor, dass das Seilbahnunternehmen für jede Seilbahn einen verantwortlichen Betriebsleiter (BL) sowie Betriebsleiterstellvertreter (BL-Stv.) zu bestellen hat. Dabei sind u.a. folgende Punkte zu beachten:

  • Bestellung zum BL und/oder zum BL-Stv. darf für insgesamt nicht mehr als fünfzehn öffentliche Seilbahnen erfolgen.
  • Die Bestellung als verantwortlicher BL ist für acht öffentliche Seilbahnen beschränkt. Unter der Voraussetzung, dass diese in angemessener Zeit (Richtwert 20 Minuten) vom jeweiligen Standort des Betriebsleiters aus erreichbar sind.
  • Ein Betriebsleiter muss das Alter von 21 Jahren vollendet haben.
  • Für den Nachweis der fachlichen Eignung muss die systembezogene Qualifikation als Maschinist, die erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung über einen Ausbildungslehrgang für Betriebsleiter, die systembezogene Einschulung in der Landesberufsschule Hallein und eine entsprechende Vorverwendung (dreimonatig und facheinschlägig) vorliegen.

11. Regelungen für Bergrestaurants: Was gilt aktuell?

Details dazu finden Sie im Info-Bereich für Gastronomiebetriebe.

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